Job
Mutungi, Redakteur der Kenya Times schrieb einen Artikel über ein
Ereignis, das er am 11. Juni 1988 in Nairobi, der Hauptstadt seines Landes,
selbst miterlebt hatte. Tausende hatten sich auf der Gebets-versammlung
um die Heilerin Mary Akatsa zusammengefunden.
Der Titel von Mutungis Artikel lautete: "War Jesus Christus in Nairobi?"
Einige Passagen aus seinem Bericht:
"Rund
sechstausend Gläubige meinen, dass sie in der letzten Woche am helllichten
Tag Jesus Christus gesehen haben. Vielleicht fällt die schwer zu
glauben, aber nichts wird sie davon abbringen können, denn Jesus'
sprach zu ihnen und kündigte an, sehr bald zurückzukommen. Es
ereignete sich bei der Bethlehem-Kirche, wo Mary Sinaida Akatsa gerade
heilte und für Kranke, Blinde, Krüppel, Geisteskranke, Unfruchtbare
und für Leute mit den unterschiedlichsten persönlichen Probleme
betete."
"Die
Gläubigen sangen Mungu ni Mwena eine bekannte Swahili-Hymne als
Mary Sinaida Akatsa den Gesang unterbrach."
"Sie sagte dass Gott zu ihr gesprochen und ihr gesagt habe, dass
ein Wunder zu erwarten sei, denn ein sehr bedeutender Gast würde
kommen, um ihr eine äußerst wichtige Botschaft zu überbringen."
"Fünf Minuten später bat sie die Singenden und Tanzenden
einzuhalten, denn der Botschafter sei da. Jesus! Jesus! Jesus
von Nazareth", so flüsterte die Menge, die Hände zum
Himmel erhoben."
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"Mann
in Weiß" in Nairobi, Kenia
am 11. Juni 1988 |
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"Die
hoch gewachsene Gestalt des barfüßigen, bärtigen Mannes
im weißen Gewand erschien aus dem Nichts und stand in der Mitte
der Menschenmenge. Ich schaute auf meine Uhr. Es war viertel nach vier.
Eigenartig diffuses Licht umhüllte seinen Turban, seine Füße
und seinen ganzen Körper.
Für ein bis zwei Minuten redete der Mann leise mit Akatsa. Daraufhin
erklärte sie der Menge, dass der Mann zu ihnen sprechen würde.
In klarem Swahili, ohne auch nur eine Spur von Akzent, sagte der Fremde,
dass das Volk Kenias gesegnet sei. Wir nähern uns der Zeit
des Himmlischen Reiches. Aber zuvor werde ich wiederkehren und einen Korb
gefüllt mit Segnungen mitbringe", so der Wortlaut der Kenya
Times.
Weiter heißt es, dass der Mann sich von einem der Anwesenden mit
dem Auto mitnehmen ließ, jedoch schon nach wenigen Minuten ausstieg,
um daraufhin "schlichtweg ins Nichts zu verschwinden".
Massenhysterie? Selbsthypnose? Falls ja, dann wurde dies aber gut in Szene
gesetzt, denn der vor Ort anwesende Fotograf, der in der Regel bei solchen
Versammlungen dabei ist, machte mehrere Fotos von dem Mann in Weiß.
Für kurze Zeit widmete die Weltpresse dem Ereignis ihre Aufmerksamkeit,
doch schließlich erwies sich das Interesse als nur flüchtig.
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neue aspekte verlag München,
GbR
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