Das Milchwunder


Aus dem Buch: Zeichen einer neuen Zeit
des niederländischen Journalisten Richard Bremer


Kapitel IX - Auszug (S. 140- 144)




Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des © neue aspekte verlag München

Infolge einer ganzen Reihe von wundersamen Erscheinungen kam es am 21. September 1995 in der internationalen Hindu-Gemeinschaft zu großer Aufregung . Noch nie zuvor in der Geschichte hatte sich weltweit und synchron ein und dasselbe "Wunder" ereignet. Überall in der Welt wurde im Fernsehen, Radio und in den Zeitungen über das eigenartige Phänomen berichtet.

Sogar Journalisten - nach dem Motto: Erst sehen, dann glauben - hielten den Götterstatuen der Hindus einen Löffel mit Milch entgegen. Viele von Ihnen konnten dann auch tatsächlich mit eigenen Augen verfolgen, wie die Milch plötzlich verschwand. Wissenschaftler, bar jeder Erklärung, beließen es bei "kapillarer Absorption" beziehungsweise "Massenhysterie". Aber was es das wirklich?

Zusammenfassung einiger Zeitungsberichte: Das Ganze nahm seinen Anfang in einem Tempel in einem Vorort der indischen Hauptstadt Delhi. Wie üblich wurde der Ganesha-Figur, dem hinduistischen Elefantengott, Milch geopfert. Nichts Ungewöhnliches also, außer, daß sich die Milch dieses Mal in Nichts auflöste. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch ganz Indien. Innerhalb kürzester Zeit brachten Tausende und Abertausende den Götterstatuen ihre Milchopfer dar.

Zahllose von ihnen berichteten von sich auflösender Milch. In Massen zogen die Menschen zu den Tempeln, so dass das öffentliche Leben in Indien nahezu zum Erliegen kam. Auch die kleinen Figuren in den Häusern von Millionen Familien im ganzen Land hätten, so lauteten die Gerüchte, die ihnen geopferte Milch "getrunken".

In Delhi stand der Verkehr still, und die Polizei mühte sich, die Menschenmassen in den Griff zu bekommen. In endlos langen Reihen warteten Frauen aus besseren Kreisen Seite an Seite mit Bediensteten aus den unteren Kasten - in ihren Händen Kannen und Tassen gefüllt mit Milch.

"Es ist unglaublich. Meine Freunde haben mir davon erzählt, aber ich dachte zunächst, es sei ein Scherz", erzählte Mabati Kasori, eine Geschäftsfrau aus Delhi, einem Reporter. "Dann aber versuchte ich es selbst. Ich kann schwören, dass der Löffel plötzlich leer war."

Suzanne Goldenberg, eine Journalistin aus Delhi, schrieb: "Im Innenraum des verdunkelten Schreines hielten die Menschen rostfreie Stahlbecher und Töpfe aus Ton an die mittlere Figur, den fünfköpfigen Shiva, Zerstörer des Bösen, und seinen Kompagnon, die Schlange, und konnten verfolgen, wie der Milchpegel sank. Obgleich manche Gläubige in ihrer Begeisterung ihren Lieblingsgott beinahe zum Trinken zwangen, war der Boden noch relativ trocken."

Indien war außer Rand und Band. Die Regierung schloß für mehrere Stunden ihre Ämter, und der Handel an den Aktienbörsen stand still.

Bald schon drang die Nachricht zu den Hindu-Gemeinschaften in Singapur, Hongkong, Nepal, Thailand, Dubai, Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Kanada. In Hongkong kamen mehr als 800 Menschen zum Hindutempel im Happy Valley, um die trinkenden Figuren Ganeshas, Krishnas und Brahmas zu sehen. Die Priester sagten, dass allein schon die kleine silberne Elefantenfigur Ganeshas 20 Liter Milch getrunken habe.

In Großbritannien berichteten gläubige Hindus von Wundern in Tempeln und in Wohnungen im ganzen Land. Im Vishva-Tempel im Londoner Stadtteil Southall waren es rund 10.000 Menschen, die innerhalb von 24 Stunden die 40 Zentimeter hohe Stierfigur Nandi und die Bronzestatue der Kobra Shesh Nag aus Tassen und von Löffeln Milch haben Trinken sehen.

Girish Desai, ein Bankangestellter aus Edgware erzählte: "Ich hatte die Berichte darüber gehört, konnte es aber nicht glauben. Bis ich es selbst erlebt habe. Ich hielt einen Löffel mit Milch an die Lippen von einer der Götterfiguren. Daraufhin wurde der leergetrunken. Ich sah, wie die Milch verschwand."

Der aus Neuseeland stammende John O'Donnell (kein Hindu) besuchte einen kleinen Hindutempel in seinem Wohnort Wellington. "Die kleinen Figuren waren aus Metall und konnten daher keine Milch absorbieren. Sie standen auf einem Tisch mit einem Tischtuch. Ich hielt einen Teelöffel mit Milch in einem Abstand von einem Zentimeter unter den Rüssel Ganeshas, ohne diesen zu berühren, und die Milch verschwand langsam. Das Wunder währte etwa einen Monat lang."

Viele Journalisten versuchten es selbst. Rebecca Mae, Journalistin beim Daily Express , schrieb: "Ich konne es von der Seite aus gut verfolgen und das einzige, was ich sagen kann, ist, dass die Figur einen halben Löffel Milch leer zu trinken schien, während der Löffel dabei fest in der Horizontale gehalten wurde. Den verbleibenden Rest schleckte der Gläubige ehrfürchtig selber."

Ein Fotograf eines englischen Boulevardblattes saß unmittelbar vor der Figur. Er sagte später, selbst nach langer Beobachtung habe er keine Erklärung für das Phänomen finden können. "Als abtrünniger Katholik glaube ich nicht an die Geschichten von einer weinenden Jungfrau Maria. Ich kann wohl behaupten, dass ich ebenso skeptisch war wie jeder andere dort - aber es wird schwierig, etwas als nicht vorhanden zu erklären, wenn man es mit den eigenen Augen gesehen hat."

Die Journalistin Suzanne O'Shea hat es ebenfalls gesehen. "Wie die anderen kniete auch ich auf dem Boden neben der Stierfigur und streckte ihr einen Löffel voll Milch entgegen, den ich mit beiden Händen gerade hielt. Innerhalb von Sekunden war die Milch bis auf wenige Tropfen so gut wie weg. Ich versuchte es ein zweites Mal und wiederum verschwand die Milch in Sekundenschnelle vom Löffel."

Rikee Verma, Journalistin bei der Times, schrieb: "Ich hielt einen Löffel mit Milch gegen ein Foto von Ganesha, und zu meinem Erstaunen sah ich den Löffel in nur wenigen Sekunden halb leer werden. Nun prüfte ich, ob das Glas, das in dem Rahmen steckte, nass war - es war trocken. Ich traute meinen Augen kaum. Dies war eindeutig eine Botschaft der Götter, die zu uns sagen: Wir sind hier, das ist der Beweis dafür. Daraufhin ging ich zum Sri Ram Mandir [Tempel] in Southall ... Ich hielt einen Löffel Milch unter den Rüssel, und einige Sekunden später war der Löffel leer ... Andere, die das Wunder mitverfolgten, wurden von ihren Gefühlen überwältigt. `Unser Gott ist endlich zu uns gekommen´, sagte einer von ihnen."

Für viele Hindus war es nicht allzu schwierig, die Bedeutung dieser Ereignisse zu erraten: Sie sahen darin ein Zeichen für die Geburt eines großen Lehrers. Rebacca Mae vom Daily Express: "Die meisten der Gläubigen waren davon überzeugt, dass ein neuer Gott geboren ist, um die Welt vor dem Bösen zu retten."

Krishna Anratar Dubey, ein indischer Astrologe, erklärte, dass nach den Mythologien der Hindus sich solche Wunder immer dann ereignen, wenn ein "Mahatma", eine "große Seele" in die Welt kommt.

Im Tempel von Southall, wo Tausende Zeuge dieses Phänomens geworden waren, hatte der Vorsitzende des Kirchenrates, Bhabari, eine ähnliche Erklärung parat: "Ich weiß nur, dass unsere heilige Schrift sagt, dass immer dann, wenn das Böse Überhand zu nehmen droht, eine große Seele herniedersteigen wird, um die Welt aus den Fesseln des Übels zu befreien, auf dass das Gute triumphiert.

Wir glauben, dass dieses Wunder, und auch die Wunder in den anderen Tempeln, Zeichen sind, dass eine große Seele zu uns herabgekommen ist- jemand wie Lord Krishna oder Jesus Christus."

© neue aspekte verlag München, GbR


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